Lektion 4
0 mein Herr, du bist ewig wach und siehst alles, was geschieht. Als ewige Zeit verringerst du durch deine unterschiedlichen Teile, wie die Momente, die Sekunden, die Minuten und die Stunden, die Lebensdauer aller Lebewesen. Nichtsdestoweniger veränderst du dich nie, denn Du verweilst an einem Ort als Überseele, Zeuge und Höchster Herr. Du bist der geburtlose, alldurchdringende Gebieter, der die Ursache des Lebens aller Lebewesen ist. (SB 7.3.31)
Obwohl Sich die Höchste Persönlichkeit Gottes überall befindet, ist Er der Mittelpunkt, der Sich nie verändert. Der Herr weilt mit all Seinen Kräften im Innern des Herzens eines jeden. Obwohl es Millionen und Abermillionen von Lebewesen gibt, befindet Sich der Herr als Überseele in jedem einzelnen von ihnen.
Nichtsdestoweniger ist der Herr einer in vielen. Er hat viele Formen, die jedoch alle advaita - eins und unwandelbar - sind. Da der Herr alldurchdringend ist, befindet Er Sich auch in der alldurchdringenden Zeit. Die Lebewesen werden als Teilchen des Herrn bezeichnet, weil Er als der Antaryami im Herzen aller Lebewesen weilt und deshalb ihr Leben und ihre Seele ist. Das ist die Philosophie des in unvorstellbarer Weise gleichzeitigen Eins- und Verschiedenseins (Acintya-Bhedabheda).
Da die Lebewesen Teile Gottes sind, sind sie ihrer Qualität nach mit dem Herrn eins, unterscheiden sich aber dennoch von Ihm. Die Überseele, die alle Lebewesen zum Handeln veranlaßt, ist eins und unwandelbar. Es gibt eine Vielzahl von Subjekten, Objekten und Interaktionen, doch der Herr ist eins.
Nichts ist von dir getrennt, gleichgültig ob es besser oder niedriger ist, ob es sich bewegt oder nicht. Das Wissen, das aus vedischen Schriften wie den Upanishaden und aus allen untergeordneten Teilen des ursprünglichen vedischen Wissens geschöpft wird, bildet deinen äußeren Körper. Du bist Hiranyagarbha, der Ruheort des Universums, aber weil du der höchste Lenker bist, bist du nichtsdestoweniger transzendental zur materiellen Welt, die aus den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur besteht. (SB 7.3.32)
Die höchste Ursache ist die Höchste Persönlichkeit Gottes, und die Wirkung ist die materielle Natur. Die Lebewesen, die sich bewegenden wie die sich nicht bewegenden, werden von den vedischen Vorschriften bezüglich Kunst und Wissenschaft gelenkt, und deshalb sind sie alle Erweiterungen der äußeren Energie der Höchsten Persönlichkeit Gottes, die als die Überseele der Mittelpunkt ist.
Die Brahmandas, die Universen, bestehen für die Dauer eines Atemzuges des Höchsten Herrn. Weil sie sich auch im Schoß der Höchsten Persönlichkeit Gottes, Maha-Vishnu, befinden, ist nichts vom Höchsten Herrn getrennt. Das ist die Philosophie des Acintya-Bhedabheda-Tattva.
(SB) Srimad Bhagavatam, Canto 7, etwa 870 Seiten, 15 Kapitel
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